Mehr als tausend nebenamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker engagieren sich in der Evangelischen Kirche im Rheinland im kirchenmusikalischen Dienst der Gemeinden.

Trotz dieser großen Zahl werden zunehmend Menschen gesucht, die Orgel spielen, einen Chor leiten, mit Kindergruppen musizieren, einen Posaunenchor dirigieren oder eine Band aufbauen können. Die Ausbildung dazu geschieht in einem regionalen C-Ausbildungskurs, kurz: C-Kurs.

In ihm werden die praktischen Fächer unterrichtet wie zum Beispiel Orgelspiel, Chorleitung, Gesang, Klavierspiel. Aber auch die Fächer Gehörbildung oder Tonsatz gehören dazu. Das geschieht entweder im Einzel- (EU) oder im Gruppenunterricht.

Über den regionalen Gruppen- und Einzelunterricht hinaus finden von der Landeskirche zentral organisierte C-Seminare und C-Intensivkurse statt, die ebenfalls Bestandteile der Ausbildung sind. In den mehrtägigen C-Seminaren werden die wissenschaftlichen Fächer unterrichtet, nämlich Liturgik und theologische Grundlagen, Hymnologie, Kirchenmusikgeschichte und Orgelkunde (nur für Fachrichtung Orgel). In den C-Intensivkursen dagegen werden die praktischen Fächer des regionalen Kurses vertieft.

Der Weg zur C-Prüfung

J. S. Bach: „Ich habe fleißig sein müssen; wer ebenso fleißig ist, der wird es ebenso weit bringen können.“

Zulassung

Zur Ausbildung in einem C-Kurs kann zugelassen werden, wer der evangelischen Kirche oder einer der ACK* angeschlossenen Kirche angehört, zum Kursbeginn das 14. Lebensjahr vollendet hat, die Aufnahmeprüfung bestanden hat.

Was muss man bereits können?

 

In der Aufnahmeprüfung (mündlich) sind einige musikalische Grundkenntnisse und Fertigkeiten nachzuweisen, die für die Ausbildung im C-Kurs notwendig sind:

  • Musiklehre: Grundbegriffe
  • Gehör: Erfassen von Intervallen und einer einfachen Melodie
  • Vortrag eines Kirchen- oder Volksliedes eigener Wahl
    Klavierspiel: Ein leichtes Stück eigener Wahl (z.B. leichter Sonatinensatz).
  • Orgelspiel (nur bei Fachrichtung Orgel) ist wünschenswert, aber nicht erforderlich.

Theorieunterricht

Die drei C-Seminare im ersten Ausbildungsjahr enthalten die kirchenkundlichen Fächer:

  • Liturgik und theologische Grundlagen
  • Hymnologie
  • Kirchenmusikgeschichte

Erfahrene Kantoren, Theologen und Orgelbauer, also Menschen aus der Praxis, unterrichten in anschaulicher Weise die theoretischen Grundlagen der Kirchenmusik.

Die insgesamt drei Seminar-Wochenenden bilden eine Einheit. Sie dienen der Vorbereitung auf die kirchenkundlichen Fächer der C-Prüfung (Liturgik, Hymnologie, Kirchenmusikgeschichte).

Praktischer Unterricht

in den jeweiligen Fachrichtungen

(Jeglicher Unterricht wird von staatlich anerkannten Musiklehrern oder Kantoren erteilt.
Nach Absprache mit der Kursleitung besteht auch die Möglichkeit, bisherigen Privatunterricht im Rahmen des C-Kurses fortzusetzen.)

Orgel

Orgelliteratur und Liturgisches Orgelspiel

60 min pro Woche

 

Klavier

30 min pro Woche

 

Chorleitung

Gesang

30 min pro Woche

 

Chorpraktisches Klavierspiel

15 min pro Woche

Gruppenunterricht

An ausgewählten Samstagnachmittagen i.d.R. 14-18 Uhr finden 2 Stunden Theorie/Gehörbildung/Tonsatz und 2 Stunden Chorleitungsunterricht statt.

Termine siehe unten

Chorleitungs- und Theorietermine 2026

Bei Interesse schreiben Sie eine Mail an thilo.ratai@ekir.de

Sie können auch unverbindlich zu einem Termin vorbeikommen und schnuppern.

Der Unterricht findet in kleiner Runde statt. Einstieg jederzeit möglich.

Ort ist die Geschwister-Scholl-Straße 1A, 42897 Remscheid.

Wann und W0?

Die drei Seminare für die kirchenkundlichen Fächer finden hier statt: Internationales Evangelisches Tagungszentrum Wuppertal

„Auf dem Heiligen Berg“.

 

Der Intensivkurs findet statt in der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz in Neuwied. Für Unterricht, Übernachtung und Vollpension entstehen den Teilnehmern keine Kosten. Durch die monatliche Kursgebühr ist alles abgegolten.

Die Termine sind verlängerte Wochenenden meist an Fronleichnam (Frühjahr) oder um den 3. Oktober herum bzw. an Allerheiligen (Herbst).

 

Der wöchentliche Einzelunterrichtfindet (Orgel, Klavier etc.) findet nach Möglichkeit nahe Ihrem Wohnort statt.

Wöchentlicher Theorieunterricht und Gruppenunterricht Chorleitung findet samstags im Haus der Kirche Lennep statt:

Geschwister-Scholl-Straße 1A , 42897 Remscheid-Lennep

Intensivkurs

 

Zur Ausbildung gehört die mind. einmalige Teilnahme an einem Intensivkurs. Er dauert in der Regel fünf Tage. Im Gegensatz zu den Seminaren, in denen die theoretischen Fächer unterrichtet werden, sollen im Intensivkurs die Ergebnisse des praktischen Unterrichts, der am Heimatort der Kursteilnehmer erfolgt, von anderen Lehrern überprüft werden – und zwar besonders im Hinblick auf die bald folgende Abschlussprüfung.

Der Intensivkurs findet einmal im Jahr statt, jeweils im Oktober. Man nimmt in der 2. Ausbildungsphase daran teil.

Das Coaching geschieht in Form von Einzel- oder Gruppenunterricht in folgenden Fächern:
Klavier, Orgel-Literaturspiel, Orgel-Improvisation, Chorleitung, Stimmbildung, Probenmethodik, Gesang, Gemeindesingen, Tonsatz, Gehörbildung.

Kosten

Jede Ausbildung kostet Geld. Den größten Teil übernehmen die Kirchenkreise – und zwar bis zu drei Viertel der Gesamtkosten. Die Kursteilnehmer zahlen lediglich einen Eigenbeitrag als monatliche Kursgebühr:

115,-€ pro Monat.

Darin enthalten sind der Einzelunterricht (Orgel, Klavier, Gesang), der Gruppenunterricht (Chorleitung, Gehörbildung, Tonsatz), die Teilnahme an vier C-Seminaren und an einem C-Intensivkurs inkl. Unterbringung und Verpflegung.

Nicht enthalten sind Kosten für Unterrichtsmaterialien wie Fachbücher, Noten, Schreibbedarf oder Orgelschuhe.

Hinweis:
Eventuell gibt Ihnen Ihre eigene Kirchengemeinde einen Zuschuss zu Ihrer Kursgebühr.

30-60 min

Instrumentalunterricht + Tonsatz/Gehörbildung

5 Tage

Intensivkurs inkl. Unterbringung und Verpflegung inbegriffen

115€

Monatsbeitrag

Der Befähigungsnachweis (D-Prüfung)

Der Befähigungsnachweis (BFN) für den kirchenmusikalischen Dienst wird Personen zuerkannt, die die notwendigen elementaren kirchenmusikalischen Fähigkeiten und Kenntnisse nachgewiesen haben, und befähigt zur Tätigkeit als Kirchenmusiker/in im Nebenamt in der Evangelischen Kirche im Rheinland.

 

Der Befähigungsnachweis kann in den Fächern

  • Orgelspiel
  • Klavierspiel
  • Gitarrenspiel
  • Chorleitung
  • Posaunenchorleitung

erlangt werden.

 

In der Ausbildung werden je nach Prüfungsziel Kenntnisse in den Bereichen Orgelliteraturspiel und Gottesdienstliches Orgelspiel, Orgelkunde, Musiktheorie, Kirchenmusikgeschichte sowie Liturgik und Hymnologie vermittelt.

 

Der Befähigungsnachweis ist beim Kreiskantorat des zuständigen Kirchenkreises schriftlich zu beantragen (notwendige Antragsunterlagen siehe unten).

 

Grundlage für die Vorbereitung auf die Prüfung hinsichtlich der theoretischen Fächer des Befähigungsnachweises ist das Curriculum, in dem alle Prüfungsinhalte aufgeführt sind (s.u.).

Die C-Prüfung

Die C-Kirchenmusikprüfung stellt den höchsten Abschluss dar, der im nebenamtlichen Bereich erlangt werden kann, und berechtigt zum Ausüben einer Tätigkeit als Kirchenmusiker*in im Nebenamt in der Evangelischen Kirche.

 

Die Ausbildung dauert in der Regel 30 Monate und kann in folgenden Fachrichtungen absolviert werden:

 

  • Orgel
  • Chorleitung
  • Kinderchorleitung
  • Posaunenchorleitung
  • Popularmusik

Die Fachrichtungen lassen sich beliebig kombinieren (z.B. Orgel und Chorleitung) und zeitgleich oder nacheinander absolvieren. Bereits anderweitig erbrachte Prüfungsleistungen werden dabei anerkannt.

 

Nach erfolgreich bestandener Prüfung erhalten Sie die Urkunde über die Anstellungsfähigkeit als Kirchenmusiker/in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Mit ihr können Sie sich auf allen freien C-Kirchenmusikstellen in Deutschland bewerben.

Die Tätigkeit auf C-Stellen ist i.d.R. nebenberuflich. Als C-Kirchenmusiker erhalten Sie ein höheres Honorar als ohne Qualifikation.

C-Prüfung Broschüre C-Prüfungsordnung 2015

Schreiben Sie uns: thilo.ratai@ekir.de

Thilo Ratai

A-Kantor, Ausbildungsleiter

Thilo Ratai, geboren 1993 in Mannheim, absolvierte sein Studium der Ev. Kirchenmusik B und A an der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg. Während seines Studiums leitete er verschiedene musikalische Gruppen, darunter den Ev. Kirchenchor Edingen über einen Zeitraum von sechs Jahren. Ebensolange war er als Organist in der Ev. Bonhoeffergemeinde Heidelberg-Kirchheim tätig.

Während seiner Ausbildung wurde er von namhaften Lehrern wie Eugen Polus, Martin Sander und Bernd Stegmann geprägt. Er nahm außerdem an Meisterkursen bei renommierten Musikern wie Wolfgang Schäfer, Benjamin Bagby und Matthias Becker (Chorleitung) sowie Sietze de Vries, Andrés Cea Galán, Johannes Michel und Stefan Engels (Orgel) teil.


Nach seinem Studium in Heidelberg absolvierte Thilo Ratai ein Praktikum bei Eckhard Manz an St. Martin in Kassel. Anschließend arbeitete er als Bezirkskantor in Sinsheim und absolvierte das einjährige Württembergische Praktikum bei Kay Johannsen in der Stiftskirche Stuttgart. Im Jahr 2021 legte er die künstlerische Reifeprüfung im Fach Orgel bei Christoph Bornheimer ab. Darüber hinaus war er Stipendiat der Stiftung „Eberhard Kraus“.


Seit August 2022 ist Thilo Ratai als Kantor in Remscheid-Lennep in Stellenteilung tätig. Er leitet Oratorienchor, Projektchor "TaktWechsel", Kammerorchester und Blechbläserensemble. Für die Kirchenkreise Lennep, Niederberg, Solingen, Wuppertal und Leverkusen ist er Ausbildungsleiter für die nebenamtliche C-Ausbildung seit August 2025.

Von 2023 bis 2025 unterrichtete er an der Musik- und Kunstschule Remscheid.

Ab 2026 ist er mit halber Stelle Organist und Kantor an der Friedhofskirche Wuppertal (Elberfeld-Nord). Dort spielt er an einer historischen Orgel von Wilhelm Sauer.

 

Tel. 0173 7034225

thilo.ratai@ekir.de